Sitzen die Füße auf dem Trockenen?

Trockene und raue Fußhaut kann verschiedene Ursachen haben. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, da die Haut mit zunehmendem Alter immer trockener wird. Die Empfehlung ausreichend zu Trinken ist richtig und wichtig, löst das Problem aber meist nicht nachhaltig. Regelmäßige und intensive Pflege gehört deshalb gerade bei Senioren in die fachkundigen Hände eines Fußprofis und sollte durch tägliches Eincremen zuhause ergänzt werden.

Die Haut ist eines unserer größten und wichtigsten Organe und umgibt unseren Körper wie eine schützende Hülle. Gleichzeitig können wir über sie Berührungen, Wärme, Kälte, Druck oder auch Schmerzen wahrnehmen. Um diese unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen zu erfüllen, liegt der Haut eine komplexe Struktur zugrunde:

Aufbau in drei Schichten

Die Haut ist in drei Hauptschichten gegliedert: Oberhaut (lat. Epidermis) – Lederhaut (lat. Dermis) und Unterhaut (lat. Subcutis). Die Oberhaut setzt sich ebenfalls aus mehreren Schichten zusammen. In der untersten Schicht werden ständig Zellen neu gebildet und nach außen verschoben. In der äußersten Schicht verhornen die Hautzellen und werden schließlich als Hautschuppen abgestoßen. Diese geschichteten Hornzellen der Oberhaut bilden das sog. „Stratum corneum“ und stellen die wichtige Barriere gegen Umwelteinflüsse dar.

Schutzmauer nach außen

Unsere Haut wirkt wie eine schützende Mauer gegen Angriffe von außen durch krankheitserregende Keime oder Fremdstoffe. Außerdem bietet sie Schutz vor Verletzungen, Kälte und Hitze. Eine stabile und widerstandsfähige Hornschicht der Oberhaut ist dafür von größter Bedeutung. Diese Hornschicht ist überzogen von einem dünnen Wasser-Fettfilm (Hydrolipidfilm), der oft als „Säureschutzmantel der Haut“ bezeichnet wird. Eine wichtige Rolle für die Erhaltung einer gesunden Hautflora spielt die natürliche Fett- und Feuchtigkeitsregulation. Ist sie gestört, kommt es zu rauer und trockener Haut. Im Extremfall entstehen – vor allem an den Fersen – tiefe Risse (Rhagaden) oder Ekzeme.

Was Probleme bereitet

Mit zunehmendem Alter produziert die Haut immer weniger Feuchtigkeit. Ältere Menschen sollten deshalb verstärkt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und intensive Hautpflege achten. Auch trockene Heizungsluft, UV-Strahlen und bestimmte Medikamente beeinflussen das Hautbild. Erkrankungen wie Diabetes, Neurodermitis oder Allergien kommen ebenfalls als Ursache für sehr trockene Haut in Frage. Sie zeigt sich vor allem im Gesicht, an den Ellenbogen, Unterarmen, Unterschenkeln, aber auch an den Füßen. Das sollte nicht verwundern, denn in der Regel leben unsere Füße ein eingeschlossenes Dasein in Strümpfen und Schuhen. Fehlende Luftzirkulation, Feuchtklima und Schweißbildung können die Hautschutzbarriere beeinträchtigen. Da an den Fußsohlen die Talgdrüsen fehlen ist die Regeneration des Hydrolipidfilms minimiert und es kommt umso schneller zu trockener Haut.

Hilfe bei trockenen und rauen Füßen

Um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, sollte man ausreichend Trinken, mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag. Wichtig ist auch das Tragen atmungsaktiver und gut passender Schuhe. Denn Enge und Schweißbildung im Schuh verursachen ein Aufquellen der Haut und schwächen so die Hautschutzbarriere. Nicht zu heiß Baden oder Duschen, denn das trocknet die Haut zusätzlich aus! Bei der Körperpflege sollten vor allem reichhaltige Produkte mit rückfettenden Eigenschaften zum Einsatz kommen. Ganz wichtig: Nach Dusche oder Bad die Zehenzwischenräume gründlich abtrocknen. Noch wichtiger ist die Pflege danach. Das Eincremen der Füße mit einem geeigneten Pflegeprodukt sorgt für den Ausgleich von Fettverlust und Feuchtigkeit. Die Haut wird geschmeidiger und widerstandsfähiger.

Unsere Empfehlungen:

Was nachhaltig wirkt

An den Füßen darf die Pflege reichhaltiger sein als im Gesicht, vor allem, was den Fettanteil betrifft. Creme, Balsam oder Fußbutter sollten für einen nachhaltigen Feuchtigkeitsausgleich sorgen. Besonders bewährt haben sich Pflegeprodukte mit dem Wirkstoff Urea (Harnstoff). Für die Pflege sehr trockener und rissiger Haut sollte der Urea-Anteil bei mindestens 10 Prozent liegen wie z. B. bei der peclavus PODOdiabetic Fußcreme Urea. Eine Paraffinbehandlung verstärkt durch den Okklusiveffekt die Wirkung des eingesetzten Pflegeprodukts und lindert Spannungsgefühl und Juckreiz. Fast noch wichtiger ist die regelmäßige Anwendung. Gerade bei älteren Menschen sollte das Eincremen nicht nur nach dem Duschen oder Baden, sondern täglich erfolgen. Die Füße am Morgen einzucremen, sollte zu einem Ritual werden, genauso wie das tägliche Zähneputzen.

Maßnahmen auf einen Blick:

  • Passendes Schuhwerk, atmungsaktiv
  • Socken mit hohem Baumwollanteil
  • Regelmäßige Pflege
  • Professionelle Fußpflege
  • Nicht zu heiß Baden oder Duschen
  • Gründliches Abtrocknen der Füße und Zehenzwischenräume
  • Reichhaltige Produkte auf natürlicher Basis nutzen

In ihrem neuesten Videobeitrag widmet sich auch Podologin Elisabeth Prinz dem Thema trockene Füße. Die fachliche Beratung ist für dieses Fußproblem besonders wichtig, da die regelmäßige Hautpflege zuhause ein wichtiger Baustein für den Behandlungserfolg ist. Gleich anschauen!

Elisabeth Prinz ist Podologin und sektorale Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Podologie und betreibt eine gutgehende Praxis in Neustadt an der Weinstraße. Sie ist Podologin aus Leidenschaft und gibt in ihren Videos ihr umfangreiches Fachwissen an alle Interessierten weiter. Alle Videos von und mit Elisabeth Prinz finden Sie gesammelt auf dem Youtube-Channel der HELLMUT RUCK GmbH.

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